mercredi 6 mai 2026

FEMALE WORKING-INTERVIEW MIT VERONIKA FISCHER

 

WIE MACHEN DAS DIE ANDEREN.... ? 

Das frage ich mich schon seit geraumer Zeit ....und hole mir die Antwort bei Veronika Fischer , die auch ein sehr interessantes Buch  ("Female Working, Verlag Kremayr&Scheriau") zum Thema Mehrfachbelastung geschrieben hat: 

 

1.    Veronika, was war der persönliche Auslöser für dich, Female Working zu schreiben?

Ich habe drei Kids und arbeite freiberuflich – das Thema Arbeit ist also immer wieder eine krasse Herausforderung für mich. Es ist mir sehr wichtig kreativ zu arbeiten, aber ich wollte auch möglichst viel Zeit mit meinen Kindern verbringen und dann wird es schnell anstrengend. Um mich zu orientieren, habe ich sehr viel feministische Literatur gelesen. Dort werden all die Missstände angeprangert und das hat mich sehr oft wütend und traurig gemacht. Es fehlen mir in den Büchern aber oftmals konstruktive Ansätze und Lösungen und somit habe ich mich gefragt: Was gibt es denn für Möglichkeiten Familie und Job gut unter einen Hut zu bringen? Ich wollte nicht mehr wütend, frustriert und erschöpft sein, sondern Lebensfreude und Kreativität entdecken und leben. Und darum habe ich dann dieses Buch geschrieben, das mir gefehlt hat: „Female Working“

2.    Wie sah dein eigener beruflicher Weg als Mutter aus – gab es bestimmte Wendepunkte oder Aha-Momente?

Bereits während meines Philosophiestudiums habe ich mich viel mit Arbeitstheorien und der Frage beschäftigt, wie ein gutes Leben funktionieren kann. Kurz vor meinem Masterabschluss kam dann mein erstes Kind zur Welt und ich war mit dem Thema Mutterschaft konfrontiert und es wurde mir erstmals klar, dass „Arbeit“ nicht nur Lohnarbeit ist, sondern so viel mehr ist. Beruflich war für mich der größte Einschnitt, als ich als Redakteurin bei einer Schweizer Zeitung gearbeitet habe und kurz vor der Geburt meines zweiten Kindes gekündigt wurde – in der Schweiz ist das legal. Das hat mich ziemlich getroffen und da habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie sehr man als Frau und Mutter am Arbeitsmarkt benachteiligt wird. Ich habe mich dann selbstständig gemacht und im Nachhinein war das die beste Entscheidung!

 

 

 

 

 

Weibliche Ressourcen & Potenziale

 

 

3.    Du sprichst in deinem Buch viel von “weiblichen Ressourcen” – was meinst du genau damit?

Unsere Arbeitswelt ist ja stark durch das Patriarchat geprägt, sie wurde größtenteils von Männern für Männer gemacht. Und damit gibt es seit Jahrhunderten Zuschreibungen, was „männliche“ und was „weibliche“ Eigenschaften sind. Die ganzen umsorgenden Tätigkeiten werden aus dieser Sicht heraus Frauen zugeschrieben – das macht sich zum Beispiel in der Aufteilung der Elternzeit bemerkbar. Immer noch nimmt nur ein geringer Prozentsatz der Väter mehrere Monate Elternzeit, immer noch arbeiten viele mehr Mütter in Teilzeit. Gleichzeitig werden diese Eigenschaften abgewertet und unsichtbar gemacht. Die bezahlte Erwerbsarbeit wird meistens höher angesehen als unbezahlte Care-Arbeit. Um ein hier wieder ein Gleichgewicht herzustellen, müssen wir also die als „weiblich“ benannten Eigenschaften aufwerten und ihnen die gleiche Anerkennung zukommen lassen. Das bedeutet dann zum einen, dass Frauen beruflich gefördert werden müssen, aber auch, dass Männer mehr Care-Arbeit übernehmen.

4.    Welche dieser Ressourcen sind gerade in der Zeit mit Baby oder Kleinkind besonders stark ausgeprägt oder wichtig?

In dieser Zeit wichtig, was ich gerne als „radikale Fürsorge“ bezeichne. Ein Kleinkind zu umsorgen ist einfach ein Fulltimejob und es kann irre anstrengend sein. Gleichzeitig ist es auch die wertvollste Zeit mit einem Kind und später sehnt man sich oft danach zurück. Man entdeckt schließlich nur einmal die Welt neu zusammen mit einem kleinen Menschen und da ist jedes Schneckenhaus und jede Pfütze am Wegrand ein Highlight. Um das zu genießen braucht man Zeit und Ressourcen. Ich interviewe im Buch eine Künstlerin aus Berlin, die ihr Baby mit einem befreundeten schwulen Paar großzieht – das finde ich super inspirierend! Da gibt es einfach drei Menschen, drei Gehälter somit viel mehr Spielraum als in einer Elternschaft zu zweit. Solche Beispiele sind natürlich für die meisten nicht umsetzbar, aber man kann sich überlegen, was man selbst verändern könnte. Ich habe zum Beispiel eine Haushaltshilfe eingestellt – das entlastet uns sehr. Wenn wir diese Fürsorge, die meist nur im Privaten stattfindet, auch ins Business integrieren, haben wir für alle eine schönere Arbeitswelt.

5.    Was können Mütter tun, um diese Ressourcen bewusst zu aktivieren oder wiederzuentdecken?

Für mich war der größte Game-Changer, dass ich angefangen habe, meinen Zyklus zu verstehen. Und zwar nicht mit einer App oder einem Kalender, sondern ganz intuitiv mit einer Metapher: die erste Woche nach der Periode ist der Frühling, die Eisprungphase der Sommer, die Woche vor der Menstruation der Herbst und dann kommt der Winter. Die Arbeitswelt funktioniert ja linear, jeden Tag gleich, und ist damit eben für Männer ausgelegt. Wir Frauen haben aber jede Woche eine andere Power und andere Bedürfnisse. Wenn man sich daran mit der Ernährung, dem Sport und den Aufgaben in Business und Alltag anpasst, arbeitet man auf einmal nicht mehr gegen, sondern mit dem Körper und hat so viel mehr Power.

 

 

 

 

Der Wiedereinstieg – Möglichkeiten & Mindset

 

 

6.    Welche Modelle und Arbeitsformen empfiehlst du Müttern für den Wiedereinstieg?

Für mich war die Selbstständigkeit die perfekte Form, da ich hier sehr flexibel arbeiten kann. Der Nachteil ist natürlich eine finanzielle Unsicherheit – es gibt immer mal Phasen, in denen es schlechter, dann wieder besser läuft und das muss man aushalten können. Wer mehr Sicherheit braucht, ist in einer Festanstellung besser aufgehoben. Grundsätzlich würde ich einfach darauf achten, dass ein Bewusstsein für die Doppelbelastung von Arbeit und Familie gegeben ist. Dann lassen sich viele Dinge gut regeln. Und ganz wichtig ist die Aufteilung in der Partnerschaft. In den meisten Fällen sind ja die Mütter mehrere Monate zuhause und werden damit zu Expertinnen für Kinder und Haushalt. Sie wissen, wo die Matschhosen liegen, welche Kleidergröße die Kinder haben und welche Arzttermine anstehen. Wenn dann der Wechsel zurück in die Erwerbsarbeit erfolgt, muss auch die Care-Arbeit neu verhandelt werden. Sonst läuft man langfristig in die Erschöpfung.

7.    Wie kann man mit dem gesellschaftlichen oder inneren Druck umgehen, “alles schaffen zu müssen”?

Das ist eine große Herausforderung! Frauen wurden über die vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende so sehr auf bestimmte Aufgaben konditioniert, dass es super schwer ist, aus diesen bestehenden Mustern auszubrechen. Aber es gibt tolle Angebote, die in diesem Bereich aufklären und unterstützen. Man kann z.B. auf Social Media guten Accounts folgen, die immer wieder Inspiration liefern. Ich bin irgendwann für fünf Tage auf ein Retreat nach Marokko geflogen, um mich bewusst mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Das war im ersten Schritt ein großer Invest und auch krass die Kinder mit ihrem Papa „allein“ zu lassen – auch hier zeigt sich wieder wie tief solche Themen sitzen. Aber es war dann für alle eine bereichernde Woche und seither nehme ich mir regelmäßig Auszeiten, um aufzutanken.

8.    Gibt es eine Denkfalle, in die viele Mütter beim Thema Arbeiten nach der Geburt tappen – und wie kommt man da wieder raus?

Was ich beobachte, ist, dass viele Mütter denken, dass sie es schon irgendwie schaffen, Kinder und Job unter einen Hut zu bringen. Und man schafft es ja auch! Wie anstrengend es ist, merkt man vielleicht nicht unmittelbar, sondern erst nach ein paar Monaten oder Jahren. Und dann sind die Strukturen schon so gefestigt, dass es viel schwieriger ist, sie wieder aufzubrechen. Das ist dann ein richtiger Kraftakt – vor dem man sich scheut und lieber weiter macht wie bisher. Von daher ist mein Tipp: Je früher man die Reißleine zieht, desto besser! Und lieber knallt es einmal, als dass man über Jahre immer mehr in die Erschöpfung rutscht. Wenn ich dich frage, was dir so richtig viel Freude im Alltag bereitet und dir nicht wirklich viel einfällt, dann ist es höchste Zeit für eine Veränderung.

 

 

 

 

Strukturen schaffen – aber wie?

 

 

9.    Wie wichtig sind Routinen – und welche Tools oder Tricks helfen, um als Mutter produktiv zu bleiben?

Wir dürfen uns erstmal davon verabschieden, immer produktiv zu sein. Das habe ich auch ganz lange gemacht – während jedem Mittagsschlaf des Babys habe ich gearbeitet oder schnell ein paar Aufgaben erledigt und am Ende gab es keinen Raum mehr für mich. Das habe ich jetzt wieder eingeführt. Ich gehe in einen Malkurs, nehme mir Zeit für Spaziergänge oder Treffen mit Freundinnen und mache auch oft mal eine Pause in der Hängematte oder auf dem Sofa. Im Endeffekt bin ich damit viel entspannter und bekomme den Alltag besser gewuppt!

10.                 Was rätst du Müttern, die keine familiäre oder institutionelle Betreuung haben? Gibt es kreative Lösungen oder neue Formen von Netzwerken?

Man sagt ja immer, dass man ein Dorf braucht, um ein Kind groß zu ziehen – und das stimmt! Es gibt dabei ganz viele Möglichkeiten, man muss einfach ein bisschen kreativ werden und die Augen nach Möglichkeiten offenhalten. Beispielsweise gibt es in manchen Städten Miet-Großeltern, die man buchen kann. Auch mit anderen Familien kann man sich super abwechseln und so ein super Betreuungssystem aufbauen. Und ganz allgemein kann man sich überlegen, welche Aufgaben man gut outsourcen kann. Vielleicht ja die Steuererklärung? Oder man macht einen Wocheneinkauf online? Du kannst dir mal eine Liste machen mit allen To-Dos und überlegen, was davon du abgeben kannst. Das ist natürlich auch oft ein finanzieller Aspekt, aber meine Erfahrung zeigt, dass sich das auch schnell wieder relativiert. Anfangs habe ich ziemlich genau das Honorar verdient, das wir unserer Haushaltshilfe bezahlt haben. Somit war es schon fraglich, ob das ein sinnvolles Modell ist. Aber ich konnte Projekte machen, die mich weitergebracht haben, habe in der Zeit in die Rentenkasse eingezahlt, habe keine Lücke im Lebenslauf und hatte vor allem Freude an meiner Arbeit. Und ein wichtiger Punkt kommt noch dazu: So wird Hausarbeit bezahlt und erhält damit auch eine Aufwertung – wenn man sie selbst macht, ist das ja nicht der Fall.

 

 

 

 

 

Female Empowerment im Alltag

 

 

11.                 Welche Rolle spielt weibliches Netzwerken – und wie kann man sich mit Gleichgesinnten verbinden?

In einem gemeinsamen Austausch gibt es so viel Power und Kreativität – das müssen wir nutzen. Von älteren Frauen kann man viel lernen, Frauen in derselben Situation sind oftmals die größten Unterstützerinnen und im Business sind Frauennetzwerke unschlagbar. Wir müssen nicht alles alleine schaffen, sondern dürfen uns verbünden und nach Hilfe fragen! Die Zeit mit anderen Frauen muss man sich bewusst nehmen und ihr denselben Stellenwert einräumen, wie der Familie oder dem Job – das geht im Alltag gerne mal verloren.

12.                 Gibt es ein Mantra oder eine Haltung, die dir selbst geholfen hat, dranzubleiben? Wie alt sind deine Kinder heute ?

Meine Kinder sind 5, 7 und 14 Jahre. Es gab immer mal wieder Krisen und ich habe mehr als einmal überlegt alles hinzuschmeißen. Aber Krisen sind auch immer wieder tolle Möglichkeiten die Dinge zu überdenken und neu zu sortieren. Und auch die Wut ist ein guter Antrieb, um Dinge zu verändern. Unterschätze niemals die Power einer wütenden Frau! Zudem hatte ich immer die Vision oder den Traum von einer Arbeitswelt, die anders funktioniert und das lässt mich immer weiter machen, neue Wege suchen und diese gehen.

 

 

 


 

 Credit: Milena Schilling

 

lundi 4 mai 2026

LA MAISON PELLOQUIN, NORMANDIE


  

Die DDay Landungsstrände in der Normandie gingen im Jahr 1944 in die Geschichte ein. In Bernières-sur-Mer kann man ein Stück Geschichte hautnah erleben und gleichzeitig französisches Art de Vivre geniessen. Die Strassen tragen dort so klingende Namen wie rue de la Marguerite oder rue du pigeonnier, die Häuser heissen hier  Villa Suzanne oder Leontine. 

Hier liegt auch La Maison Pelloquin, ein Ort, der sich anfühlt wie eine leise Entdeckung. Versteckt, charmant und mit jener unaufgeregten Eleganz, die man nicht inszenieren kann. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Atmosphäre, um das Gefühl, angekommen zu sein. Ein kleines Häuschen, das man mieten kann, und fünf wunderschöne Zimmer mit Frühstück- die Hausherrin Maxence Klein-Gouverneur serviert hier buttrige Croissants, selbstgemachte Cookies, Apfelgelée und Frühstückseier der hauseigenen Hühner. Man kann sich hier auch ein Fahrrad ausborgen und den Strand entlangradeln oder einfach nur mit einem guten Buch im Garten sitzen und die Sonnenstrahlen geniessen. 



Schon beim Eintreten spürt man, dass dieser Ort eine Geschichte erzählt. Materialien, die altern dürfen. Farben, die nicht laut sind, sondern warm. Licht, das durch Fenster fällt, als hätte es genau diesen Raum gesucht. Nichts wirkt zufällig, und doch scheint alles ganz selbstverständlich seinen Platz gefunden zu haben.



La Maison Pelloquin lebt von kleinen und feinen Details: von Fundstücken, die Patina tragen, von Textilien und Bettwäsche aus Leinen, die weich fallen, von Möbeln, die nicht nur funktional sind, sondern Erinnerungen in sich tragen. Es ist ein Haus, das nicht beeindrucken will und gerade deshalb so viel Eindruck hinterlässt.  

www.lamaisonpelloquin.com


Les plages du débarquement  en Normandie sont entrées dans l'histoire en 1944. À Bernières-sur-Mer, on peut revivre un pan de l'histoire tout en profitant de l'art de vivre à la française. Les rues y portent des noms évocateurs comme rue de la Marguerite, les maisons Villa Suzanne ou Léontine. 

C'est là que se trouve La Maison Pelloquin , un lieu,  une découverte inattendue. Cachée, charmante et dotée de cette élégance sans prétention qu'on ne peut pas mettre en scène. Ici, il ne s’agit pas de perfection, mais d’atmosphère, de ce sentiment d’être arrivé. Une petite maison à louer et cinq magnifiques chambres avec petit-déjeuner : la maîtresse de maison, Maxence Klein-Gouverneur, y sert des croissants au beurre, du granola et des cookies faits maison, de la gelée de pomme et des œufs de ses propres poules. On peut y louer des vélos, bouquiner dans le jardin ou juste se balader sur la plage, qui se trouve à 5 minutes à pied. 



 Dès que l’on entre, on sent que cet endroit raconte une histoire (la maison a servi d'hôpital pendant la guerre). Des matériaux nobles, des couleurs subtiles et chaudes. Une cheminée dans le salon, des livres et des jeux, une lumière qui traverse les fenêtres comme si elle avait cherché précisément cette pièce. Rien ne semble fortuit, et pourtant tout semble avoir trouvé sa place, tout naturellement. 

  www.lamaisonpelloquin.com





vendredi 20 mars 2026

SLOW FASHION DANS LE PERCHE



 


 

MODE Zwischen Funktion und Gefühl


Es sind oft die leisen Dinge, die uns am längsten begleiten. Die, die sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern sich selbstverständlich in unseren Alltag einfügen. Genau hier setzt CINDY RUERS MODELABEL Elesig an – mit einem feinen Gespür für Form, Material und Bedeutung.

Die Boutique liegt im Ortszentrum von Belleme im Naturpark Perche, im südlichen Zipfel der Normandie. Direkt am Dorfplatz, mit Blick auf die Kirche hat sich die Französin niedergelassen, ihre Wohnung und ihr Atelier liegen gleich einen Stock höher.  


Ihre Entwürfe wirken auf den ersten Blick reduziert, fast zurückhaltend. Doch gerade in dieser Klarheit liegt ihre Stärke: Jedes Detail scheint durchdacht, nichts ist zufällig. Oberflächen, die man gerne berührt. Formen, die vertraut wirken und doch eigenständig sind. Elesig schafft Objekte, die nicht nur funktionieren, sondern eine Beziehung eingehen – zu den Räumen, in denen sie stehen, und zu den Menschen, die sie nutzen.


Was besonders auffällt, ist die Balance zwischen zeitgenössischem Design und einer fast zeitlosen Ruhe. Es geht nicht um Trends oder schnelle Effekte, sondern um Beständigkeit. Um Dinge, die bleiben dürfen. Die sich entwickeln, mit Gebrauchsspuren, mit Geschichten.


Dabei spielt auch die Materialität eine zentrale Rolle. Ehrliche Werkstoffe, sorgfältig verarbeitet, oft mit einem handwerklichen Anspruch, der spürbar ist. Elesig versteht Gestaltung nicht als bloße Ästhetik, sondern als Zusammenspiel aus Funktion, Haptik und Atmosphäre.


In einer Welt, die oft laut und schnell ist, wirkt Elesig wie ein Gegenentwurf: reduziert, bewusst und mit einem klaren Blick für das Wesentliche. Genau das macht die Arbeiten so besonders – sie nehmen sich zurück und bleiben gerade deshalb im Gedächtnis.

www.elesig.fr 

 


 

 SLOW FASHION DANS LE PERCHE 

Au détour des ruelles de Bellême, joli village dans le Perche, une adresse attire l’œil par sa discrétion et son sens du détail : Elèsig | Vestiaire féminin & masculin. Plus qu’une boutique, c’est un manifeste pour une mode consciente, sensible et profondément humaine.

Fondée par Cindy Ruer, Elesig est née d’un désir d’alignement – entre création, valeurs et liberté. La marque s’inscrit dans une démarche engagée, chaque pièce raconte une histoire : celle d’une mode qui prend le temps, qui privilégie la qualité à la quantité, et célèbre les femmes dans toute leur singularité.

Les collections se distinguent par leur fabrication en petites séries, souvent à partir de tissus revalorisés issus de grandes maisons. Une approche à la fois responsable et esthétique, les matières haut de gamme rencontrent des coupes intemporelles. Ici, rien n’est laissé au hasard : chaque vêtement est pensé pour durer, accompagner, révéler.

Installée aujourd’hui à Bellême, la marque prolonge cette philosophie dans son espace physique. La boutique propose une sélection de vêtements et d’accessoires pour femmes et hommes, mêlant créations Elèsig et pièces choisies avec soin. L’ensemble compose un vestiaire accessible, élégant et profondément ancré dans son époque.

Ce qui frappe chez Elèsig, c’est cette capacité à conjuguer douceur et affirmation. Une mode qui ne cherche pas à imposer, mais à accompagner. À travers ses créations, la marque invite à se sentir bien, simplement – et à faire de chaque vêtement un prolongement de soi.

Dans un monde saturé de tendances éphémères, Elèsig trace une voie plus calme, presque intime. Une mode qui ralentit, qui écoute, et qui, finalement, reste. 

www.elesig.fr 

 

Crédit photos: Alexandra Meurant 

mardi 17 mars 2026

Secret Hideaway in Cayenne, French Guyana

 


Mitten im vibrierenden Zentrum von Cayenne, Hauptstadt von französisch Guyana,  dort, wo sich Marktgeräusche mit tropischer Hitze mischen, liegt ein Ort, den man als Oase der Stille bezeichnen könnte : das Hôtel Ker Alberte.

Man betritt kein klassisches Hotel, sondern ein Stück gelebte Geschichte. Eine kreolische Villa von 1912, deren Patina nicht kaschiert, sondern bewusst inszeniert wurde. Holz, Schatten, Ventilatoren, das gedämpfte Licht der Veranden – alles scheint hier langsamer zu werden. Und genau darin liegt der Reiz.

Das Ker Alberte ist kein Ort des Spektakels, sondern der subtilen Balance zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen französischer Eleganz und karibischer Lässigkeit. Die 25 Zimmer verteilen sich wie kleine Rückzugsorte im üppigen Garten oder in den verschiedenen Gebäuden – jedes anders, jedes mit einer eigenen Geschichte.

Draußen, im tropischen Garten, pulsiert das eigentliche Herz des Hauses. Palmen, schwere Luft, das leise Plätschern des Pools. Hier verschwimmen die Stunden. Man liest, man schaut, man tut nichts. Und genau das fühlt sich plötzlich wie Luxus an.

 


 

Am Abend wird dieser Garten zur Bühne. Im Restaurant „Le K“ sitzt man unter freiem Himmel, das Licht weich, die Gespräche gedämpft. Die Küche ist französisch geprägt, aber offen für die Aromen der Region – eine subtile Verbindung von Welten, die so typisch für Guyana ist.

Was das Ker Alberte besonders macht, ist weniger seine Ausstattung – auch wenn Fitnessraum, Terrassen und kleine Rückzugsorte selbstverständlich vorhanden sind – sondern seine Haltung. Eine stille Form von Gastfreundschaft, unaufdringlich, fast selbstverständlich. Man ist nicht Gast, sondern eher ein temporärer Bewohner. In der Lobby wartet eine kleine gutgefüllte Bibliothek und ein gemütliches Ledersofa. 

Und vielleicht ist es genau das, was diesen Ort so besonders macht: Er erlaubt es, Cayenne nicht nur zu besuchen, sondern zu spüren. Morgens, wenn die Stadt langsam erwacht und der Markt schon voller Leben ist. Abends, wenn die Hitze nachlässt und die Luft endlich atembar wird.

Das Hôtel Ker Alberte ist ausserdem mit seiner strategisch günstigen Lage der ideale Ausgangspunkt, um das bunte Stadtzentrum von Cayenne zu besichtigen. Unbedingt besuchen sollte man entweder zum Frühstück oder abends zum Apéro das Cafe des Palmistes auf dem gleichnamigen Platz. Hier wird die ganze Stadt zur Bühne. 

www.hotelkeralberte.com 


 Au cœur du centre animé de Cayenne, capitale de la Guyane française, là où les bruits du marché se mêlent à la chaleur tropicale, se trouve un lieu, ou plutôt un oasis de calme : l’Hôtel Ker Alberte.
On n’entre pas dans un hôtel classique, mais dans un morceau d’histoire vivante. Une villa créole construite en 1912, dont la patine n’est pas dissimulée, mais mise en valeur avec soin. Le bois, les ombres, les ventilateurs, la lumière tamisée des vérandas – tout semble ralentir ici. Et c’est précisément là que réside tout son charme.
Le Ker Alberte n’est pas un lieu de spectacle, mais celui d’un équilibre subtil entre passé et présent, entre élégance française et décontraction caribéenne. Les 25 chambres se répartissent comme autant de petits refuges dans le jardin luxuriant ou dans les différents bâtiments – chacune différente, chacune avec sa propre histoire.
À l’extérieur, dans le jardin tropical, bat le véritable cœur de la maison. Des palmiers, une atmosphère lourde, le doux clapotis de la piscine. Ici, les heures s’estompent. On lit, on regarde, on ne fait rien. Et c’est précisément cela qui, soudain, ressemble à du luxe.





Le soir, le jardin se transforme en scène. Au restaurant « Le K », on s’assoit à ciel ouvert, la lumière est douce, les conversations feutrées. La cuisine est d’inspiration française, mais ouverte aux saveurs de la région – une subtile alliance des mondes, si typique de la Guyane.
Ce qui rend le Ker Alberte si particulier, ce n’est pas tant son équipement – même si salle de fitness, terrasses et petits coins de détente sont bien sûr présents – mais son attitude. Une forme d’hospitalité discrète, sans prétention, presque évidente. On n’est pas un simple client, mais plutôt un résident temporaire. Dans le hall, une petite bibliothèque bien fournie et un canapé en cuir confortable vous attendent.
Et c’est peut-être précisément ce qui rend cet endroit si particulier : il permet non seulement de visiter Cayenne, mais aussi de la ressentir. Le matin, lorsque la ville s’éveille lentement et que le marché est déjà plein de vie. Le soir, lorsque la chaleur s’atténue et que l’air devient enfin respirable.
De plus, grâce à son emplacement stratégique, l’Hôtel Ker Alberte est le point de départ idéal pour découvrir le centre-ville coloré de Cayenne. Il faut absolument se rendre au Café des Palmistes, sur la place du même nom, soit pour le petit-déjeuner, soit le soir pour l’apéro. Ici, toute la ville devient spectacle. www.hotelkeralberte.com